Der Blick

Das Gemälde zeigt eine Frau im Moment gespannter Stille – ein Augenblick zwischen Abgewandtheit und direkter Konfrontation. Ihr rechtes Auge ruht fest und intensiv auf dem Gegenüber. Es ist kein flüchtiger Blick, sondern ein prüfender, fast durchdringender Kontakt – klar, wach, bewusst.
Das linke Auge bleibt verborgen. Lange Haarsträhnen fließen über die gesamte linke Gesichtshälfte und verhüllen sie vollständig. Diese Strähnen sind nicht einheitlich gefärbt, die Farben scheinen sich wie ein innerer Zustand nach außen zu ergießen – Licht und Wärme gehen über in Glut und schließlich in Tiefe.
Durch die sanften Pastelltöne wirken die Farben weich, als lägen sie wie ein Schleier über der Szene. Dadurch entsteht ein Spannungsfeld: Die Intensität des Blicks kontrastiert mit der Zartheit der Farbgebung.
„Der Blick“ erzählt von Dualität – Sichtbarkeit und Verbergen, Nähe und Distanz, Offenheit und Geheimnis.

Acryl auf Leinwand, 50×70 cm