Wikingermädchen

Sie steht da, mein kleines Mädchen, in ihrem selbst erfundenen Reich. Das Kleid – ein bisschen zu groß, die Schwertspitze ruht im Gras. Sie murmelt Worte, die keiner außer ihr versteht, kämpft gegen unsichtbare Feinde und gewinnt. In ihrem Blick keine Angst, kein Zweifel – nur Mut.

Ich sehe sie und hoffe, dass die Welt sie so lässt, wie sie jetzt ist: furchtlos, frei, erfüllt von Fantasie. Dass niemand ihr später sagt, was sich für ein Mädchen gehört und was nicht. Heute darf sie eine Kriegerin sein, morgen vielleicht eine Königin – oder einfach sie selbst.

Und während sie weiterkämpft, spüre ich den leisen Stich der Zukunft. Wie oft werden ihre Träume noch leiser werden, weil die Welt zu laut ist? Ich wünsche ihr, dass sie das Schwert nie ganz niederlegt – weder das aus Holz, noch das in ihrem Herzen.

Mixed Media auf Papier, 20×14 cm