Sarah Kofman

„Die wahre Lebenskunst besteht darin, im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen.“
Bertha Eckstein
Als gebürtige Schleswig-Holsteinerin liebe ich den weiten Himmel über der Marsch – er ist für mich Inspiration und Ruhe zugleich. Schon als Kind begann ich zu zeichnen, angetrieben vom kindlichen Ehrgeiz, meiner älteren Schwester nachzueifern. Später entdeckte ich über Animes und Mangas meine Leidenschaft für den menschlichen Körper – der Beginn meiner heutigen Porträtmalerei.
Der Kern meiner künstlerischen Arbeit sind freie Porträts. Gesichter ohne Vorlage, doch voller eigener Geschichten. Sie entstehen intuitiv, im Dialog zwischen Gefühl und Erinnerung. So entwickeln sich Figuren, die zugleich vertraut und fremd wirken – Spiegel menschlicher Erfahrungen, Wünsche und Widersprüche.
Ein wichtiger technischer Wendepunkt war ein Landschaftsmalkurs nach Bob Ross, der meine Begeisterung für die Ölmalerei entfachte. Heute arbeite ich mit Öl, Acryl, Ölpastell, Aquarell, Pappmaché, Buntstift, Kohle, Tusche, Bleistift und vielem mehr. Meine Motive finde ich in der Natur – in Menschen, Tieren und Landschaften, aber auch in gesellschaftlichen Themen, die mich bewegen.
Die thematische Ausrichtung meiner Kunst hat sich tiefgreifend geändert durch die Geburt meiner Tochter. Ich habe verstanden, dass Kunst für mich mehr sein muss als bloßes Handwerk – sie ist mein Mittel, Verantwortung zu übernehmen. Seither sehe ich meine Arbeit als Teil einer größeren Aufgabe: mit Kunst Sichtbarkeit zu schaffen für das, was sonst im Schatten liegt – Diskriminierung, soziale Ungerechtigkeit, Umweltzerstörung. Ich möchte berühren, irritieren und Denkanstöße geben.
Nach dem Tod meiner Stiefmama Ingrid Günther ist es mir ein Herzensanliegen, ihr künstlerisches Erbe in meinen Arbeiten weiterleben zu lassen. Einige ihrer begonnenen Bilder habe ich in meinem Stil vollendet – als Zeichen von Dankbarkeit und Verbundenheit.
Kunst bedeutet für mich, die Welt nicht einfach hinzunehmen, sondern sie immer wieder neu zu hinterfragen – mit Empathie, Verletzlichkeit und Hoffnung
Auf Instagram und LinkedIn teile ich Einblicke in meine aktuellen Arbeiten, Gedanken und Prozesse.
„Der Horizont ist kein Ende, sondern ein Anfang“
Im März 2026 hat das belgische Kunstmagazin The Birdwing Sarah Kofman in ihrem Atelier besucht und ein Gespräch geführt, das tiefer geht als Technik und Stil.
Es geht um Trauer und Weitermachen. Um die Frage, was Kunst leisten kann, wenn sie mehr sein will als schöne Bilder. Und um das Erbe von Ingrid Günther, Sarahs Stiefmutter und künstlerischer Weggefährtin, deren unvollendete Werke Sarah bis heute weiterführt.
Auf die Frage, was sie mit ihrer Kunst beim Betrachter auslösen möchte, antwortet Sarah:
„Für mich kommt das Gefühl zuerst. Ich möchte, dass meine Werke die Menschen intuitiv berühren und sie bewusst provozieren. Denn Provokation entsteht oft dort, wo wir einen wunden Punkt berühren – bei Themen, von denen wir lieber wegschauen würden.“
Und über ihre Portraits – die keine Vorlagen brauchen:
„In meiner Arbeit steht die ‚innere Silhouette‘ klar im Mittelpunkt. Ich lasse mich von freien Linien leiten: Ich beginne intuitiv, manchmal geführt von einem bestimmten Thema oder Gefühl – und erst im Malprozess entsteht vor mir ein Mensch.“
Das vollständige Interview – mit 12 Fragen zu Inspirationsquellen, künstlerischem Werdegang und den Plänen für die Plattform Silhouettes by the Sea – gibt es hier zum Nachlesen:

