Trauer ist eine Emotion, die Gestalt annimmt, ohne vollständig greifbar zu sein.
Aus einer dichten roten Fläche löst sich ein Gesicht. Dunkle Linien sammeln sich zu Augen, zu einem Mund, zu Spuren von Haaren. Nicht klar, nicht sicher – eher wie ein Ausdruck, der sich aus der Farbe selbst formt.
Dunkle Linien lassen Augen, Mund und Haare erahnen – nicht klar gezeichnet, eher gespürt als gesehen.
Um es herum liegen Felder aus Ocker, Blau, Grün und Weiß – ruhiger, weiter, fast wie ein Raum aus Erinnerungen.
Sie halten Abstand, als wüssten sie um die Schwere dieses Zentrums.
Die Trauer hat hier kein klares Gesicht. Und doch scheint sie für einen Moment sichtbar zu werden.
Aquarell auf Leinwand, 30×30 cm
